Guten Morgen Traders,
da marktbeherrschendes Thema, hier meine Notizen zur Rede Putins, vom 21. Februar 2022 zur Anerkennung zweier Staaten in der Ost-Ukraine:
Putin erteilt eine Lehrstunde in Geschichte, beschwört die Sowjet-Brüderschaft und legitimiert mit der Anerkennung zweier Rebellen-Staaten in der Ost-Ukraine das Blut der bis heute 13.300 Kriegsopfer. Darunter ca. 3.393 Zivilisten (laut Wikipedia), Mord- und Selbstmordopfer inklusive.
Putin argumentiert mit einer NATO, die sich aus seiner Marxisten-Sowjet-Doktrin heraus, angeblich nicht an solche Sicherheitsgarantien hält, diplomatisch eingesetzt von vor dem Zerfall der Sowjetunion. Nun ist aber mit der Auflösung der UdSSR eine komplett neue Situation entstanden, die nicht mit der Situation zu Vergleichen ist, von der die NATO ihre Sicherheitsgarantien an Moskau abgeleitet hatte. Putin nennt die Anzahl an Minuten, die es heute benötigen würde, um mit Langstreckenraketen auf Moskau zu feuern. Dabei unterschlägt er, dass sich permanent russische Kriegsschiffe im Bosporus Kanal aufhalten, legitimiert durch den Vertrag von Montreux 1936. Aus diesen Kriegsschiffen heraus könnte die NATO mit der Metropole Istanbul in Nullzeit empfindlich attackiert werden.
Dem alternden Kommunisten sind die Ländereien Weiß-Russland und die Ukraine immer noch ans Herz gewachsen, er sieht diese untrennbar mit Russland verbunden. Er bezichtigt die Ukraine als faktische Atommacht, nicht gerade unrealistisch, wie das Beispiel Pakistan-Indien zeigt. Weiter heißt es, die Ukraine solle angeblich den orthodoxen Glauben entgegen der demokratischen Mehrheit supprimieren; wahrscheinlicher ist, dass sich die Ukrainer proaktiv von den theistischen Strömungen distanzieren, welche neuerdings in Polen zu beobachten sind.
Mit dem Zerfall der UdSSR, ging die gesamte, atomare Schlagkraft (Balance-of-Power) an das russische, zentralasiatische Gebiet, welches nunmehr direkt von deren Geheimdienst (KGB) regiert wird -vergleiche hierzu die Verbindungen zwischen dem KGB und der Stasi-.
Die Russen erlangten in der Folge die legitime Kontrolle über ihre Erdölreserven zurück und haben nunmehr Einnahmen von täglich rund $900 Millionen durch den Verkauf von Erdöl und Erdgas.
Weiß-Russland und die Ukraine haben mit ihren Demokratien bei Wunsch auch die Möglichkeit, durch Wahlen von entsprechenden Parteien eine kommunistische Leitkultur und Gesellschaftsordnung zu etablieren.
Die Deutschen haben nach und nach ihre Bevölkerungsanteile aus den (ehemaligen) Sowjetgebieten zurückgenommen. Dazu wurden Migrationsprogramme eingesetzt, die es den Deutsch-Russen ermöglichten, in Deutschland ein neues Leben zu beginnen. Es dürfte also für die Erdöl-Nation Russland kein allzu großes Problem darstellen, die pro-russischen Separatisten aus den fraglichen ukrainischen Gebieten zu sich nach Russland zu holen. Dazu muss man nicht erst Mord und Gewalt auf dem Boden eines demokratischen Landes rückwirkend legitimieren.
Der Nationalismus wird in multi-ethnischen Nationen immer eine Notwendigkeit bleiben. Diese friedliebende, konstruktive Form von Nationalismus ist nicht mit einem rassischen Darwinismus zu vergleichen, sondern vielmehr als verbindenden Säule vieler Ethnien unter einer Nation.
Militärisch hat die U.S.A. nichts zu befürchten, so scheint Putin vielmehr seine kommunistische Hauptströmung in den „Westen“ hinein verkaufen zu wollen. So sind die gesättigten kapitalistischen Staaten heute, durch hausgemachte Probleme wie Drogen-Epidemien und undankbaren Subkulturen, reformbedürftiger denn je. Eine individuelle Schwäche von falsch verstandener und falsch genutzter Freiheitlichkeit moderner kapitalistischer Staaten, die der alt-ehrwürdige Kommunisten-Parteivorstand Putin versucht auszunutzen.
Er sollte eigentlich sein eigenes Land, welches in vielen Belangen auf dem Standard eines Entwicklungslandes liegt, konstruktiv Ausrichten und modernisieren, anstatt einer Stasi aus Zeiten der ehemaligen DDR neues Leben einzuhauchen und damit neo-kommunistischen Brückenköpfen in Europa Hoffnung auf einen marxistischen „Endsieg“ zu machen.
Russische Kampf-Jets verletzen täglich den Luftraum von Nato-Staaten, nicht gerade friedliebend.
Putin möchte sich mit seinen selbstherrlichen Staats-Theorien in das gemachte Nest der Europäer setzen, dabei wollte er einst konstruktiv an Europa mitwirken. Heute aber versucht er die Europäer zu spalten in Ost-West, polarisieren in Kommunisten und Kapitalisten, dabei könnte jeder von uns Kapitalisten seine Theorien ohne Reue und jedeerzeit verteidigen. Unser Bild vom Kapitalismus, sozial-staatlicher Prägung, als Ausdruck einer real-humanistischen Strömung, als das zweite, ordnende Instrument, neben den staatlichen Institutionen und als relativ faires Bündel von kognitiven Argumenten. Letzteres bezeichnet die Kaufkraft (und allgemeines Kaufrecht aller Kasten) der Währungen in Hinblick auf planetare und Menschheits-Meilensteine, wie Computer-Technologie (Internet), Automobil (Mobilität), Gimmicks (Kunst, Kulturgüter), Medizin und Zugang zu kritischer Technologie (Weltraumfähige, Massenmedien).
Bedenke, eine Tonne auf den Mond zu transferieren könnte bald wenige $100.000 kosten und mit dem Internet sind faktisch alle Menschen zu einem riesigen Diskussionsforum konstatiert.
Nicht zu vergessen, haben die allermeisten Mitbürger in den entwickelten Demokratien freien Zugang zu den Aktien- und Kapitalmärkten. Der tatsächliche, angewandte Humanismus ist also auch im Kapitalismus keine Utopie, wenngleich sich aus den Erfahrungen der Vergangenheit, notwendige Reformen Abzeichnen.
Abschließend stelle ich fest, Putin besteht aus 1/3 aus Marxismus, 1/3 Erdöl und zu 1/3 aus Wladimir Wladimirowitsch.
Weitere Details und Ausblick auf den Exchange wie immer für Premium Mitglieder.
Wikipedia – Russo-Ukrainian War
NZZ – Vertrag von Montreux
FAZ – russische Jets mit Kurs auf NATO-Luftraum
Capital – Russlands Exportgüter
Bünyamin, P.S.: ich arbeite derzeit an einer neuen Webseite, MumbleTabloid.de, eine Art VIP-Boulevardzeitung für den Finanzsektor ;D
Good morning traders,
since the topic dominates the market, here are my notes on Putin’s speech of February 21, 2022 on the recognition of two states in eastern Ukraine:
Putin gives a lesson in history, invokes the Soviet Brotherhood and legitimizes the blood of the 13,300 war victims to date by recognizing two rebel states in eastern Ukraine. Including approx. 3,393 civilians (according to Wikipedia), including murder and suicide victims.
Putin argues with a NATO that, based on his Marxist-Soviet doctrine, allegedly does not adhere to security guarantees, which has been given before the collapse of the Soviet Union. With the dissolution of the USSR, however, a completely new situation has arisen that cannot be compared with the situation from which NATO derived its security guarantees to Moscow. Putin cites the number of minutes it would take today to fire long-range missiles at Moscow. In doing so, he omits the fact that Russian warships are permanently in the Bosporus Canal, legitimized by the Treaty of Montreux in 1936. From these warships, NATO and the metropolis of Istanbul could be attacked sensitively in zero time.
The aging communist still holds dear the lands of Belarus and Ukraine, which he sees as inextricably linked to Russia. He accuses Ukraine of being a de facto nuclear power, not exactly unrealistic, as the example of Pakistan-India shows. It goes on to say that Ukraine is said to be suppressing the orthodox faith against the democratic majority; more likely, Ukrainians are proactively distancing themselves from the theistic currents that have emerged in Poland recently.
With the collapse of the UdSSR, the entire nuclear power (balance-of-power) would go to the Russian, Central Asian region, which is now governed directly by their secret service (KGB) – compare the connections between the KGB and the Stasi-.
The Russians subsequently regained legitimate control of their oil reserves and now have revenues of around $900 million a day from the sale of oil and gas.
With their democracies, Belarus and the Ukraine also have the option, if desired, of establishing a dominant communist culture and social order by electing the appropriate parties.
The Germans gradually took back their population shares from the (former) Soviet territories. For this purpose, migration programs were used, which made it possible for the German-Russians to start a new life in Germany. So it shouldn’t be too much of a problem for the oil nation Russia to bring the pro-Russian separatists back to Russia from the Ukrainian areas in question. To do this, one does not first have to retrospectively legitimize murder and violence on the soil of a democratic country.
Nationalism will always remain a necessity in multi-ethnic nations. This peace-loving, constructive form of nationalism cannot be compared to racial Darwinism, but rather as a connecting pillar of many ethnic groups under one nation.
The U.S. has nothing to fear militarily, it seems that Putin wants to sell his communist mainstream to the „West“. Today, the saturated capitalist states are more in need of reform than ever because of home-grown problems such as drug epidemics and ungrateful subcultures. An individual weakness of misunderstood and misused freedom by modern capitalist states, that the venerable communist party executive Putin is trying to exploit.
He should actually constructively align and modernize his own country, which in many respects is at the standard of a developing country, instead of breathing new life into the Stasi from the days of the former GDR and thus neo-communist bridgeheads in Europe hoping for a Marxist one to make „final victory“.
Russian fighter jets violate the airspace of NATO countries on a daily basis, not exactly peace-loving.
Putin wants to put his autocratic state theories in the nest made by the Europeans, although he once wanted to play a constructive role in Europe. But today he is trying to split Europeans into East-West, polarizing them into communists and capitalists, while each of us capitalists could defend our theories without regret and at any time. Our image of capitalism, social-state character, as an expression of a real-humanistic current, as a second order-creating force, next to the state institutions and as a relatively fair bundle of cognitive arguments. The latter denotes the purchasing power (and general right to purchase of all castes) of currencies in relation to planetary and human milestones, such as computer technology (Internet), longe range mobility, gimmicks (arts, cultural goods), medicine and access to critical technology (space-enabled , mass media).
Remember, transferring a ton to the moon could soon cost a few $100,000, and with the internet, virtually everyone is consolidating into one giant discussion forum.
Not to forget, the vast majority of fellow citizens in developed democracies have free access to the stock and capital markets. The brotherhood (in the humanistic-Christian sense) is no longer a utopia even in capitalism, although necessary reforms are emerging from past experiences.
In conclusion, I state that Putin is 1/3 Marxism, 1/3 petroleum and 1/3 Vladimir Vladimirovich.
More details and exchange outlook as always for Premium members.
Wikipedia – Russo-Ukrainian War
NZZ – Vertrag von Montreux
FAZ – russische Jets mit Kurs auf NATO-Luftraum
Capital – Russlands Exportgüter
Ben





