Jerome „restore price stability“

Jerome Powell hikes rate to 0.5% (Fed 2022 press conference March 16)

Guten Abend Traders,
German Jerome hat heute die Zinswende eingeleitet. Der Leitzinssatz erhöht sich um 25 Basispunkte auf 0.5%. Die erste Erhöhung seit Juli 2019, als die Federal Funds Rate bei 2.40% lag.
Jerome hat in der Pressekonferenz bestätigt, was sich seit längerem abzeichnete. Er bezeichnete den Arbeitsmarkt als Richtgröße für die Aktionen der Zentralbank. Bislang hatte man bei Pressekonferenzen mantra-artig wiederholt, die Preisstabilität sei das wichtigste Mandat der Institution.
Sowie Jerome sich heute aber geäußert hat, besteht kein Zweifel daran, dass ein starker Arbeitsmarkt zusammen mit der Preisstabilität die Hauptprämisse darstellt, auf dessen Grundlage die FED agiert. Dieser Umstand ist zwar löblich, aber auch gewagt, denn die Bürger könnten nun, im Falle einer schlechten Arbeitsmarktentwicklung, die FED direkt und alleinverantwortlich zeichnen. Andererseits ist es nicht verwunderlich, dass Jerome ausspricht, was der ökonomischen Realität entspricht. So ist die Arbeitsmarktentwicklung nicht von Konsum, dieser nicht von Wachstum und der Inflationsentwicklung, visaverca zu trennen.
Vor dem Einleiten der Notfall-Maßnahmen zur Bekämpfung der Auswirkungen der COVID-Pandemie, war die FED bereits in einem Rate-Hike-Cycle inbegriffen. Selbst eine Reduktion der Geldmenge schien damals angebracht und dies bei stetem Ziel einer 2%igen Inflation!
Kontinuierlich starke Arbeitsmarktdaten gaben hier den Anlass den Neo-Keynesianismus im Keim zu ersticken. Das Unterbrechen von Lieferketten und eine Schockwelle der Furcht, bedingt durch die drohenden Lock-Down-Maßnahmen seitens der Regierungen, ließen den Zentralbanken wohl keine andere Wahl, als sich tief in den Keynesianismus zu verstricken.

Ich persönlich halte aber Jerome immer noch für einen „Tightener“, also einen Zentralbanker der die Geldmenge gerne „organisch“ wachsen sehen möchte. Eine künstliche Erhöhung der Geldmenge sieht er (wie auch Andrew Bailey, BoE) kritisch bis gefährlich entgegen. So befindet sich ja ohnehin bereits eine große Menge Fiatgeld im Umlauf. Ich vermute weiter, dass, hätte Jerome bei der FED das alleinige Sagen, so wäre der Leitzinssatz nie unter 0.5% gesunken und auch die Geldmenge wäre nicht um das Doppelte erhöht worden. Vielmehr hätte Jerome (und auch Bailey) die Geldmenge nur für kurze Zeit leicht angehoben und dies nicht explosiv, sondern langsam und stetig.
Heute ist wahrscheinlich selbst der Vorsitzende der FED froh und überrascht, dass die Inflation nicht höher ausgefallen ist, als sie heute tatsächlich festgestellt wird. Ich denke, Jerome ist in Anbetracht der geopolitischen Situation, doch eher für ein vorsichtiges, moderates Tempo bei der Anhebung des Leitzinses. Sollte der Arbeitsmarkt und die Inflation aber nicht wie erwartet reagieren, so wird Jerome viel schneller als erwartet den Leitzinssatz anheben. Denn eine Reduzierung der Geldmenge wäre das letzte Mittel, allein schon aus dem Grunde eines steten 2%-Inflationsziels. Sollte die Geldmenge dennoch reduziert werden, so könnte dies einer „Fehlerkorrektur“, einem Eingeständnis eines zu aggressiven quantitativen Easing, gleichkommen.
Jerome gibt übrigens zu, dass er sein Mandat (zur Zeit) verfehlt hat. Er bezeichnete es heute als seine Aufgabe, die Preisstabilität wieder herzustellen (to restore price stability). Dies ist ein wichtiger Unterschied zu der Aussage, die Preisstabilität zu erhalten (maintain price stability).

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Macrotrends – FED Funds Rate
FED – FOMC statement

Bünyamin

Good evening traders,
English Jerome initiated the turnaround in interest rates today. The key interest rate increases by 25 basis points to 0.5%. The first increase since July 2019, when the Federal Funds Rate was at 2.40%.
Jerome confirmed in the press conference what had been apparent for a long time. He referred to the labor market as the benchmark for central bank actions. So far, within press conferences have been repeated mantra-like that price stability is the institution’s most important mandate.
But from what Jerome said today, there is no doubt that a strong labor market, together with price stability, is the main premise on which the Fed operates. This circumstance is praiseworthy, but also daring. Because the citizens could now, in the event of a poor labor market development, sign the Fed directly and solely responsible. On the other hand, it is not surprising that Jerome states what corresponds to economic reality. The development of the labor market cannot be separated from consumption, this cannot be separated from growth and the development of inflation, visa verca.
Before initiating the emergency measures to combat the effects of the Covid pandemic, the Fed was already performing a rate hike cycle. Even a reduction in the money supply seemed appropriate at the time, inline with the constant goal of 2% inflation!
Continuously strong labor market data gave the reason to nip neo-Keynesianism in the bud. The disruption of supply chains and a shock wave of fear caused by the threat of government lockdown measures left central banks no choice but to become again, deeply entangled in Keynesianism.

Personally, I still think of Jerome as a „tightener“, i.e. a central banker who would like to see money growing „organically“. Like Andrew Bailey, BoE, he is a critic if not in opposition of an artificial increase in the money supply. There is already a large amount of fiat money in circulation anyway. I further suspect that if Jerome would be in charge of the FED alone, the key interest rate would never have fallen below 0.5% and the money supply would not have doubled either. Rather, Jerome (and also Bailey) would have increased the money supply only slightly for a short time and not explosively, but slowly and nimbly.
Today, FED chairman is probably happy and surprised that inflation has not turned out to be higher than it is actually being determined today. I think Jerome is more in favor of a cautious, moderate pace of interest rate hikes given the geopolitical situation. However, if the labor market and inflation do not react as expected, Jerome will hike interest rates much faster than widely anticipated. Because a reduction in the money supply would be the last resort, if only for the reason of a constant 2% inflation target. Should the money supply nevertheless be reduced, this could amount to an „error correction“, an admission of too aggressive quantitative easing.
By the way, Jerome admits that he has failed his mandate (at the moment). He describes as his task today to restore price stability. This is a weighty difference from the statement to maintain price stability.

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Macrotrends – FED Funds Rate
FED – FOMC statement

Sincerely Yours, Ben

FED zieht QE-Bremse

November 03, 2021 FOMC Press Conference

November 03, 2021

FED – Wings

Guten Morgen Traders,
German FED Chairman Jerome Powell, geht wieder in den Rate-Hike-Cycle Modus über. Die Pandemie ist finanzmarkt-technisch absorbiert, die Stimmung vorsichtig optimistisch.
Jerome ist eigentlich kein Freund des Quantitativ-Easing, welches die Geldmenge erhöht. Vor der Pandemie, welche drastische Maßnahmen erforderte, wurde der Kurs bereits in Richtung ‚Tightening‘ gesetzt
Ein Rate-Hike-Cycle hatte begonnen, lediglich durch die harsche Kritik von Präsident Donald Trump in Frage gestellt.
Schon damals hatte die FED über Jahre eine stabile Arbeitsmarktentwicklung begleitet und über viele Kanäle die Schlagkraft der eigenen, zur Verfügung stehenden Instrumente validiert (dennoch: selbst Jerome gesteht ein, dass in der jetzigen, historisch einmaligen pandemischen Situation, die Auswirkungen makro-ökonomischer Operationen nur empirisch beurteilt werden könne).
Nun, nachdem mit einer historisch unvergleichlichen Geldschwemme, die destruktiven Auswirkungen des Coronavirus auf die Märkte, auf die gesamte Ökonomie vereitelt wurde, wendet sich der Blick zurück auf die Lage vor der Pandemie. Da ja der Arbeitsmarkt, die gesamte Ökonomie auf einem robusten, progressiven Weg war, die aktuelle Erholung von den ökonomischen Pandemie-Effekten beschleunigt an Fahrt gewinnt, ist Jerome sehr geneigt, seine Marktdoktrien wieder auf zu nehmen.
Das bedeutet ersteinmal etwas sehr Gutes: die FED hatte mit der Geldschwemme lediglich die Funktionalität der Märkte im Kampf gegen eine Pandemie im Blick. Jetzt möchte sie schnell wieder, wenn auch unter veränderten Vorzeichen, Normalität einfliessen lassen, die Märkte von Kredit-Subventionen entwöhnen.
Jerome ist in einer aussergewöhlich luxuriösen Situation. Wenn die Zentralbanken normalerweise eine Inflation befürchten, befindet sie sich bereits am Ende eines Rate-Hike-Cycles und hat bereits jedes Quantitativ-Easing eingefroren.
Heute aber, ist zum einen 1) Inflation gar nicht so unwillkommen, zum anderen 2) beginnt man bei einem Leitzinssatz von nahe Null bei einer Bilanz-Ausweitung von $120 Milliarden pro Monat.
Viel Holz also zum einschlagen, sollte die Inflation in irgend einer Weise zu einem Problem mutieren.

Als nächstes erwarten wir die Bank of England mit dem Vorsitzt Andrew Bailey’s.

Good morning traders,
English FED Chairman Jerome Powell, goes back to the rate-hike-cycle mode. The pandemic has been technically absorbed by the financial markets, the mood is cautiously optimistic.
Jerome is actually not a very big supporter of quantitative easing, which means to increase the amount of money. The pandemic required drastic quantitative easing measures, but before those took place the course was already set in the opposite direction of monetary ‚tightening‘
A rate-hike cycle was in place, only challenged by harsh criticism from President Donald Trump who promoted a weaker US-Dollar.
Even then, the FED had observed a stable labor market development for some years and validated the effectiveness of its own available instruments through many channels (nevertheless: even Jerome admits that in the current, historically unique pandemic situation, the effects of macro-economic operations only can be empirically assessed).
Now, after the destructive effects of the coronavirus on the markets and on the entire economy were thwarted by a historically incomparable glut of money, the view is turning back to the situation before the pandemic. Since the labor market, the entire economy was on a robust, progressive path, plus the current recovery from the economic pandemic effects is gaining momentum, Jeromie is very inclined to resume his macro economic doctrine.
First of all that means something very good : with the glut of money, the FED only secured the functionality of the markets in the fight against a pandemic. Now the central bank would like to let normality flow again quickly, albeit under different circumstances, and wean the markets of loan subsidies.
Jerome is in an exceptionally luxurious situation. When central banks normally fear inflation, it is already at the end of a rate hike cycle and has already frozen any quantitative easing.
Today, however, on the one hand 1) inflation is not so unwelcome, on the other hand 2) you start with a key interest rate of close to zero with a balance sheet expansion of $ 120 billion per month.
So a lot of wood to cut should inflation somehow mutate into a problem.

Next up is the Andrew Bailey’s Bank of England.